Pädagogische Eckpfeiler im Gesamtschulalltag

Die Arbeit der Gesamtschule Das Forscherhaus basiert auf den Lehrplänen und gesetzlichen Regelungen des Landes NRW. Ergänzend spielen die folgenden pädagogischen Eckpfeiler in unserem Schulalltag eine große Rolle:

Unsere Welt ist sehr komplex und um sie zu verstehen, werden viele Aspekte erst durch die Einordnung in einen Gesamtzusammenhang klar. Deshalb ist es in der Forscherhaus-Pädagogik zentral, zunächst Überblickswissen zu vermitteln und danach Details in diese bestehenden Zusammenhänge einzuordnen.

Sobald sich Schülerinnen und Schüler übergeordnete Strukturen (Überblickswissen) erarbeitet haben, fällt es ihnen leichter, immer neue Details in diesen Gesamtzusammenhang einzuordnen, zu bewerten und zu verstehen.

Jedes neue Thema wird demnach nicht wie ein „frisches, weißes Blatt“ behandelt. Statt dessen wird das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler in die bereits erarbeiteten Zusammenhänge gezielt genutzt, um das Einordnen des neuen Wissens in die bestehenden Strukturen zu erleichtern und so das Verstehen und Behalten zu optimieren.

„Jetzt fängt der Ernst des Lebens an“ heißt es häufig, wenn der Schulabschluss geschafft ist. In der Gesamtschule Das Forscherhaus ist der Ernst des Lebens im besten Sinne Teil des Schulalltags.

Da Lernen immer das Ziel verfolgen sollte, das Gelernte auch „im wirklichen Leben“ praktisch einzusetzen, werden unsere Schüler - im geschützten Schulraum - regelmäßig mit Ernstsituationen konfrontiert und somit in die Lage versetzt, ihr Wissen praktisch anzuwenden.

Die Umsetzung des theoretischen Wissens durch Anwendung in einem realen Projekt macht Schülerinnen und Schülern die Handlungsrelevanz ihres Wissens, aber auch die Folgen von möglichen Fehlern im Alltag erst bewusst - für sie selbst, aber auch für das gesamte Projekt und die Gemeinschaft.

Intensives Lernen bedeutet, sich im Unterricht ausreichend Zeit zu nehmen, um sich mit einem Sachverhalt gründlich auseinanderzusetzen und ihn aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten: theoretisch und praktisch, unter naturwissenschaftlichen, aber auch historischen Gesichtspunkten etc.

Intensives Lernen bedeutet aber auch, durch regelmäßige Wiederholungen das Gelernte, und auch die Lernmethoden langfristig zu festigen.

Unser verbesserter Betreuungsschlüssel macht es möglich, dass jedem einzelnen Schüler mehr Zeit für individuelle Fragen, das Erproben eigener Lösungsansätze sowie für den intensiven Austausch zwischen Lehrern und Mitschülern zur Verfügung steht.

„Probieren geht über Studieren“ - ein Satz, den die meisten von uns schon mal gehört oder selbst ausgesprochen haben.

Aber: Probieren erfordert Zeit!

Das praktische Ausprobieren, das Entwickeln und Verfolgen eigener Ziele, das Erleben und auch der Umgang mit Rückschlägen spielen in der Forscherhaus-Pädagogik eine große Rolle. Selbst erlebte Phänomene haben einen viel größeren Lerneffekt als rein theoretische Wissensvermittlung. Deshalb ist bei uns das Lernen durch Erleben fester Bestandteil des Lehrplans.

Erst so können Schülerinnen und Schüler klare Vorstellungen von der realen Welt um sie herum gewinnen.

Lernen im Forscherhaus ist nie ausschließlich Lernen für einen Test, sondern immer ein Auf- und Ausbau von Wissen in Strukturen und Zusammenhängen. Diese ermöglichen es langfristig und nachhaltig, neue Lerninhalte in bestehendes Wissen einzuordnen, darauf zu übertragen und zu differenzieren. Neues Wissen wird demnach nie isoliert, sondern immer im Gesamtkontext bereits erarbeiteten Wissens erworben.

Mit der Zeit und durch immer wiederkehrende Wiederholungsphasen wird die Anwendung der Lerntechniken immer selbstverständlicher und vereinfacht dadurch das Erlernen neuer Wissensbausteine.

Damit Schülerinnen und Schüler lernen, das Lernen selbst in die Hand zu nehmen, ist es notwendig, dass sie sich entsprechende Lernmethoden aneignen. So entwickeln sie im Laufe der Zeit wichtige Metakompetenzen, die es ihnen ermöglichen, Problemlösungsstrategien zu entwickeln, sie selbstbewusst umzusetzen und mit Misserfolgen umzugehen.

Die Forscherhaus-Pädagogik konzentriert sich auf 4 Schwerpunkte, die mit den Schülerinnen und Schülern gezielt angewendet, trainiert und altersangemessen weiterentwickelt und verfeinert werden:

  • Lerntechniken
  • Zeitplanung
  • Kreativität im Sinne von grundlegenden Problemlösetechniken
  • Selbststeuerung (z.B. Eigenmotivation, Umgang mit Misserfolg etc.)

Gemeinsam bilden diese Schwerpunkte den Lernnavigator, der für Schülerinnen und Schüler eine Anleitung bietet, wie sie sich neue Inhalte und Themen selbständig aneignen können.

Ein Beispiel:
Eine Möglichkeit, diese Techniken gezielt anzuwenden, stellen die jährlich stattfindenden Wissensshows (link) in der Gesamtschule Das Forscherhaus dar.

Mit Hilfe der Wissensshows bedenken und trainieren die Schüler sämtliche Schwerpunkte des Lernnavigators im Gesamtprozess:

Sie lernen, ein zentrales Thema auszuwählen, und es sich mit Hilfe der erlernten Techniken anzueignen.

Sie sammeln - z.B. in Brainstormings oder mit Checklisten - gemeinsam Ideen, wie die Präsentation konkret gestaltet werden kann. Sie bewerten die unterschiedlichen Ideen im Team, wählen eine oder mehrere aus und setzen sie anschließend um.

Um die Präsentation des Themas im zur Verfügung stehenden Zeitraum vorzubereiten, lernen sie, einen Zeitplan aufzustellen, Aufgaben in Teilschritte zu untergliedern, um sie in den Zeitplan zu integrieren, den sie dann auch noch im Laufe des Prozesses kritisch im Auge behalten müssen.

Die Ausarbeitung und Präsentation zu einem speziellen Thema vor einem breiten Publikum über die eigene Klasse hinaus stellt die Schüler vor die Aufgabe, ihr Wissen, aber auch sich selbst zu reflektieren. Dadurch intensivieren sie nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Gelernten, sondern lernen auch, sich selbst zu steuern und zu präsentieren.

 

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